Interview mit Athanor (Piper Fantasy, 2016)

Hier mal ein etwas anderes Interview – nämlich mit Athanor 😉 Die Fragen stellte Sabrina Weller vom Piper Verlag:

  • Stelle Dich kurz in deinen eigenen Worten vor.

Als es mein Volk noch gab, war ich mal Thronfolger Theroias, aber in meiner Arroganz hab ich sie alle zum Dunklen geschickt. Danach hatte ich eigentlich nicht mehr vor, irgendjemandes König zu werden. Hat die Dionier, die mich zu ihrem Kaysar gemacht haben, allerdings nicht interessiert. Nenn mich einfach Athanor. Ich bin ein Krieger, sonst nichts.

  • Du hast dich durch ganze vier Romane gekämpft. Erkläre doch nochmal die wichtigsten Eckpunkte deiner Reise…

Anfangs – also nach dem Drachenkrieg und der Vernichtung meines Volks – bin ich ziellos allein durch die Wildnis geirrt. Ich war der letzte Mensch aller Reiche, die ich kannte. Es gab keinen Ort mehr, an dem ich Zuflucht hätte finden können. Dann gingen mir eines Nachts diese Orks auf die Nerven, die einen Troll folterten. Nachdem ich sie zum Schweigen gebracht hatte, tauchten drei Elfen auf. Damit kam der Stein ins Rollen. Um die schöne Elanya zu beeindrucken, hab ich Einiges auf mich genommen. Und dann erhoben sich die Toten meines Volks und griffen die Elfen an. Ganz ehrlich, ich kann die meisten Elfen nicht leiden, aber hätte ich zulassen sollen, dass die Untoten sie umbringen? Ich musste mich für eine Seite entscheiden, und als Lebender fiel mir die Wahl dann doch leicht. Hat mir nicht nur ein paar gute Freunde wie den Troll Orkzahn und den Zwerg Vindur eingebracht, sondern auch Elanyas Herz.

Leider war der Frieden nur von kurzer Dauer. Als ich Elanyas verfluchten Mörder über den Ozean verfolgte, gerieten wir in einen weiteren Krieg mit den Drachen. Ein anderer würde vielleicht damit prahlen, aber nachdem das Land Dion in Trümmern lag, fühlte ich mich nicht gerade würdig, Kaysar zu werden. Ich wollte meine Ruhe, aber die Dionier liefen mir nach, also was zum Henker sollte ich machen? Wenn man schon einmal ein Volk im Stich gelassen hat, fällt es nicht mehr so leicht, wieder abzuhauen. Irgendwie musste ich sie retten, die wenigen, die noch da waren. So führte unser Weg schließlich über den Ozean, zurück in meine alte Heimat, aber dort erwarteten uns mehr Untote denn je. Sogar die Giganten der Urzeit erhoben sich wieder. So begann unsere letzte und härteste Schlacht …

  • Ein Zuckerschlecken waren Deine Abenteuer sicher nicht. Was hat dich am meisten mitgenommen?

Elanyas Tod. Als ich sie im Gras liegen sah, das war wie ein Speer ins Herz.

  • Was war das Beste, das Dir widerfahren ist?

Elanya zu begegnen. Ohne sie hätte ich auch keinen meiner späteren Freunde getroffen – außer Orkzahn vielleicht. Und Davaron hätte mich vermutlich bei unserer ersten Begegnung getötet. Der verdammte Verräter! Ich hätte ihn gleich umbringen sollen.

  • Was wissen wir von Dir nicht? Hast Du vielleicht eine heimliche Schwäche?

(lacht) Abgesehen von meiner Schwäche für Zwergenbier? Jeder hat Schwächen. Aber ein Krieger tut gut daran, nicht vor Fremden über sie zu sprechen.

  • Du hast mit ziemlich vielen magischen Völkern zu tun. Mit welchen kommst Du am besten klar, und welche nerven am meisten?

Eigentlich neigen sie alle dazu, sich für unfassbar überlegen zu halten. Wobei Drachen und Astare auch Grund dazu haben. Das muss ich zugeben, obwohl ich die Drachen hasse. Auch Nekromanten sind zweifellos ein lästiges Pack, aber Elfen sind einfach die schlimmste Plage. Wenn Drachen oder Totenbeschwörer nerven, stößt man ihnen eben eine Klinge in den Leib. Aber Elfen … Hadons Fluch! Die schaffen es immer, dass man sie aus irgendeinem Grund nicht nachhaltig zum Schweigen bringen darf.

  • Deine Größte Genugtuung.

Hier sollte ich wohl nennen, Elanyas Mörder zu töten, aber … das war nur im ersten Moment triumphal. Auf die Dauer ist es mit dem Umbringen deiner Feinde wie mit deinem Lieblingswein. Wenn du ihn zu oft trinkst, schmeckt er irgendwann fad.

  • Gibt es etwas, das du deinem Autor gerne sagen würdest?

Ich bin ja bereit, ihm vieles zu vergeben, aber die Folterknechte im Flammenzwinger … Über die müssen wir noch mal reden!

  • Gibt es etwas, das du deinem Leser gerne sagen würdest?

Für einen Krieger kann es nur ein Ziel geben: In den Geschichten weiterzuleben, die sich die Menschen erzählen. Indem du von meinen Taten liest und über sie sprichst, verleihst du meinem Leben erst seinen Sinn.